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Presseartikel Ausstellung Fiedergetiere

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STOCKSTADT
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Neue Fiedergetiere am Kühkopf entdeckt

Von René Granacher Erschienen am 11.06.2019 um 01:00 Uhr, zuletzt geändert am 11.06.2019 um 02:00 Uhr
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Hühngos, Nebeleulen und Mooshühner: Eine Ausstellung im Umweltbildungszentrum zeigt Arbeiten voller Fantasie, teils von Behinderten gefertigt.

Eva Keller Welsch zeigt den Gästen die Kunstwerke der Sommerwerkstatt auf dem KühlkopfMit dem Fiedergetier „Nymphenteichhuhn“ beschäftigten sich die Künstler der Villa Luce aus Eschborn. In der Bildmitte Betreuerin Eva Keller-Welsch im Gespräch mit den Künstlerinnen Lisa Sachs (Zweite von rechts) und Carmen Witteler (rechts). Foto: Vollformat/Robert Heiler
Mit dem Fiedergetier „Nymphenteichhuhn“ beschäftigten sich die Künstler der Villa Luce aus Eschborn. In der Bildmitte Betreuerin Eva Keller-Welsch im Gespräch mit den Künstlerinnen Lisa Sachs (Zweite von rechts) und Carmen Witteler (rechts). Foto: Vollformat/Robert Heiler

STOCKSTADT - Für seine reiche Vogelwelt ist der Kühkopf bekannt, aber seit Sonntag warten im Umweltbildungszentrum „Schatzinsel Kühkopf“ ganz neue Entdeckungen auf Ornithologen. Lavendelkauz und Hühngo, Mooshuhn und Kuckuckseule: Bis dato unbekannte „Fiedergetiere“ hat Doro Hofmann in Texten beschrieben und von Künstlerinnen festhalten lassen. Die Ergebnisse sind nun bis zum 21. Juli auf der Ausstellungsfläche im Hochparterre des Bildungszentrums zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Das Projekt hatte einen Vorgänger vor zwei Jahren, als schon einmal überraschende neue Vogelarten auf diese Weise vorgestellt wurden. Diesmal stammt ein Teil der entstandenen Bilder von Menschen mit Behinderung, weshalb die Aktion den Titel „Fiedergetiere 2.0 – all inklusive“ bekam. Christian Kehrenberg vom Umweltbildungszentrum begrüßte am Sonntag die Besucher, die zahlreich zur Eröffnung der Ausstellung erschienen waren. Diesmal ist die Ausstellung auf dem Kühkopf sogar die erste Station, bevor die Werke ab 23. Juli im Naturfreundehaus in Rüsselsheim zu sehen sind.
Hofmann dankte einleitend allen, „die sich auf so etwas Unsinniges wie die Fiedergetiere eingelassen haben“. 15 verschiedene Vögel sind in der Ausstellung zu entdecken, zwölf Einzelpersonen und drei Gruppen haben den Tieren ein Aussehen gegeben. Neben diesen Werken sind auch „Findevögel“ von Siegfried Hofmann zu entdecken, dem Mann der Initiatorin: Objekte aus Schwemmholz, Alteisen und anderen Fundstücken, die im geschickten Zusammenbau ein ganz neues Leben gewinnen.
KATALOG
In der Ausstellung erhältlich sind zwei begleitende Druckwerke: ein Katalog mit allen Werken und Texten (acht Euro) und ein großformatiger Kalender für 2020 mit einer Auswahl der Gemälde (15 Euro). (gra)
Den Holz- und Rostfarben gegenüber stehen die gemalten Bilder, teils farbenfroh und teils gedämpft oder gar auf eine begrenzte Palette reduziert. Der „Waldenser Kauz“ etwa ist auf dem Bild von Sigrun Sulk ein wandernder Zugvogel mit Koffer, unterwegs zwischen dem italienischen Winterquartier und dem heimischen Walldorf. Die „Große Nebeleule“ wurde von Hofmann dagegen in Südengland ausgemacht und von Karin Beilstein beim Füttern ihrer Jungen dargestellt.
Zu den beteiligten Gruppen gehört „FEDachs“, eine monatliche Malgruppe von der Mainspitze. Begleitet von der Kunstpädagogin Sabine Neumann aus Ginsheim-Gustavsburg, gibt es die Malgruppe seit mehr als zehn Jahren. Für das Projekt haben die Teilnehmer sich mit dem Lavendelkauz befasst und dieses seltsame Getier in Bildern wie auch in Objektform vielfältig dargestellt. Wird als Heimat dieses Vogels die Provence angegeben, so ist der Nibelungenkauz als sein Verwandter, den Sabine Schock im Bild festgehalten hat, selbstverständlich zwischen Worms und Biebesheim zu finden.

Die „Schwarze Kuckuckseule“ hat Steffi Schönenbach (Eschborn) in einer kleinen Serie reizvoller Schwarz-Rot-Drucke wiedergegeben, während Claudia Hasler (Altenstadt) für die farbenprächtige „Surinamische Regenbogeneule“ tief in den Topf mit Aquarellfarben gegriffen hat. Als Tintenzeichnung im Cartoonstil hat Angelika Reinike den „Hessischen Bergkauz“ dargestellt. Karikaturhaft hat auch Udo Kunoff die „Hühngos“ ins Bild gebracht, als Kreuzung von Huhn und Flamingo.
Eine Malgruppe der Lebenshilfe-Wohngruppen im Main-Taunus-Kreis hat sich mit dem „Braunen Mooshuhn“ befasst, das „Kunstforum Sommerwerkstatt Villa Luce“ dagegen mit dem Nymphenteichhuhn. Weitere Einzelwerke stammen etwa von Monika Heyne, Edith Röhr, Sabine Pillwitz-Schaum und das gelungene Porträt eines streng blickenden „Schottischen Hochlandhuhns“ von Eveliina Suonto.



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